ArtCatalyse International Ausstellungen

Ausstellungen ergänzt 2014


 Presstext


Konnte das 20. Jahrhundert als "Zeitalter des Zeugen" betrachtet werden, hat der heutige "forensic turn" nichts weniger als eine neue kulturelle Vorstellungswelt geschaffen. Die Ausstellung legt die Bedeutung von Forensis – lateinisch für "Gegenstände, die die Öffentlichkeit betreffen" – frei, um die Rolle der materiellen Forensik bei der Formulierung neuer Vorstellungen von öffentlicher Wahrheit zu umreißen. Es geht um "Erzeugen" und "Bezeugen" von Tatbeständen im rechtlichen und politischen Feld durch Präsentation und erzählende Darlegung mithilfe materieller und räumlicher Objekte. Hier verschränken sich ästhetische Praktiken, neue Technologien und architektonische Untersuchungsmethoden in der Bestimmung rechtlicher Implikationen von politischen Auseinandersetzungen, gewalttätigen Konflikten und Klimawandel.










Forensis

Haus der Kulturen der Welt, Berlin (Deutschland)

15.03 - 05.05.2014



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Ausstellung  15. März - 5.Mai 2014. Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10 – 10557 Berlin (Deutschland). T +49 - (0)30 - 39 78 71 75. Öffnungszeiten : Ausstellungen Mi – Mo 11 – 19 Uhr.


 


© ArtCatalyse International / Marika Prévosto 2014. Alle Rechte vorbehalten

Forensis, Haus der Kulturen der Welt, Berlin

Für die Ausstellung untersuchen Forschungsprojekte von Künstlern, Filmemachern und Architekten Menschenrechtsverletzungen, Umweltverbrechen und menschengemachte wie "natürliche" Katastrophen und reflektieren so neue politische Handlungsoptionen, die durch technologische Entwicklungen entstehen. Damit werden sowohl diese politischen Projekte forensisch befragt als auch die zeitgenössische Forensik selbst überdacht. Die Fallbeispiele und Untersuchungen reichen von forensischen Rekonstruktionen von Drohnenangriffen im Schattenkrieg in Pakistan und von unterlassener Hilfeleistung für Flüchtlingsboote im Mittelmeer über Untersuchungen zu Ressourcenabbau und Umweltzerstörung am Beispiel von Kupferminen in Chile und Indonesien bis zu historischen Vorgängen wie der Identifizierung von Josef Mengeles Gebeinen in Brasilien im Jahr 1985.Die von Anselm Franke und Eyal Weizman kuratierte Themenausstellung untersucht im Rahmen des zweijährigen Anthropozän-Projektes am HKW die Relation des Menschen zu Materialität und Objekten sowie die Rolle und Instrumentalisierung bei der Formung von Evidenzen.


Mit Arbeiten und Projekten von: Lawrence Abu Hamdan, Nabil Ahmed, Maayan Amir, Anthropocene Observatory (Anselm Franke, Armin Linke, Territorial Agency/John Palmesino and Ann-Sofi Rönnskog), Jacob Burns, Gabriel Cuéllar, DAAR (Alessandro Petti, Sandi Hilal, Eyal Weizman), Forensic Oceanography (Charles Heller, Lorenzo Pezzani), Grupa Spomenik (Damir Arsenijević, Ana Bezić, Pavle Levi, Jelena Petrović, Branimir Stojanović, Milica Tomić), Ayesha Hameed, Samir Harb, Helene Kazan, Thomas Keenan, Steffen Kraemer, Adrian Lahoud, Model Court (Lawrence Abu Hamdan, Sidsel Meineche Hansen, Lorenzo Pezzani, Oliver Rees), Modelling Kivalina (Andrea Bagnato, Daniel Fernández Pascual, Helene Kazan, Hannah Meszaros Martin, Alon Schwabe), Gerald Nestler, Godofredo Pereira, Nicola Perugini, ScanLAB Projects (Matthew Shaw, William Trossell), Susan Schuppli, Francesco Sebregondi, Shela Sheikh, SITU Research (Robert Beach, McKenna Cole, Therese Diede, Akshay Mehra, Charles-Antoine Perrault, Bradley Samuels, Xiaowei Wang), Caroline Sturdy Colls, Paulo Tavares, Srdjan Jovanovic Weiss/NAO, Eyal Weizman, Ines Weizman.


In Kooperation mit SITU Research, ScanLab Projects

Kuratiert von Anselm Franke und Eyal Weizman.

FORENSIS ist ein Gemeinschaftsprojekt des Hauses der Kulturen der Welt, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, und Forensic Architecture, ein ERC-gefördertes Forschungsprojekt von Goldsmiths, University of London.


http://www.forensic-architecture.org





 


Matthew Barney and Jonathan Bepler, River of Fundament, 2014. Production still. Photo: Hugo Glendinning. © Matthew Barney. Courtesy Gladstone Gallery, New York and Brussels.