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Ausstellungen ergänzt 2013

 Presstext


Der Badische Kunstverein freut sich, Jürgen Drescher mit seiner bislang umfangreichsten Einzelausstellung in Deutschland zu präsentieren. Seit mittlerweile drei Jahrzehnten verhandelt Drescher in seinen Arbeiten die formalen, poetischen und performativen Potenziale der Skulptur vor dem Hintergrund künstlerischer, ökonomischer und ökologischer Prozesse der Wertschöpfung. Unter dem Titel „dig it“ spannt die Ausstellung einen Bogen von aktuellen und neu produzierten Arbeiten bis hin zu Dreschers frühen Werken aus den 1980er Jahren.




Jürgen Drescher, dig it
Badlischer Kunstverein, Karlsruhe (Deutschland)

26.01 - 01.04.2013


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Ausstellung  25 January - 1 April 2013. Badischer Kunstverein, Waldstrasse 3 - 76133 Karlsruhe (Deutschland). Tel.: +49 (0)721 28 226. Offnungszeiten : Di Fr 11 - 19 Uhr - Sa/So/Feiertage 11 - 17Uhr.

© ArtCatalyse International / Marika Prévosto 2013. Alle Rechte vorbehalten

Jürgen Drescher, dig it, Badlischer Kunstverein, Karlsruhe Jürgen Drescher, Keil, 2012, Foto: Wendelin Bottländer

Jürgen Drescher, Keil, 2012, Foto: Wendelin Bottländer


Seit Beginn seiner Laufbahn standen die Strategien des Transfers und der Kontextverschiebung im Zentrum von Jürgen Dreschers künstlerischer Methode – das Verschieben von Dingen, Artefakten oder auch Situationen aus ihren alltäglichen Zusammenhängen in den Raum der Kunst. So installierte Drescher bereits 1981 – noch als Student der Klasse von Klaus Rinke an der Düsseldorfer Kunstakademie – eine Bar als künstlerischen Beitrag zur damaligen Jahresausstellung: Die potenzielle Verkaufssituation – die Jahresausstellung als ‚Training’ für den Kunstmarkt – wurde kurzgeschlossen mit der realen Verkaufssituation der Bar. Gerade weil die formal aufs Wesentliche reduzierte Installation zugleich voll funktionsfähig war – Drescher selbst stand hinter der Theke – verwischten sich hier auf produktive Weise die Grenzen zwischen Modell und Wirklichkeit, Form und Performanz, kulturellem und ökonomischem Wert.


Während Jürgen Dreschers Werke der 1980er und 90er Jahre vor allem durch den Transfer oder die Transformation realer Objekte gekennzeichnet waren – wie etwa die Arbeit „Korridor“ (1984), die den abgenutzten Teppichboden des Wohnungsflurs des Künstlers in ein displayartiges Wandrelief übersetzt –, so arbeitet Drescher in den letzten Jahren vor allem mit Verfahren des Metallgusses, vermittels derer er Alltagsobjekte reproduziert. Mit dem Rückgriff auf den Abguss wendet sich Drescher einer bildhauerischen Technik zu, die die Dinge zum Abbild ihrer selbst werden lässt: Leitern, Bänke, Kartons oder auch weiche Materialien wie Bettdecken nehmen trotz aller figurativen Konkretheit im Guss zugleich eine abstrakte, fast minimalistische Formensprache an. Neben dem Abguss als Reproduktionstechnik hat sich Drescher zuletzt auch der plastischen Modellierung von Figuren und Figurationen zugewandt, wie etwa der neu für diese Ausstellung produzierten Skulptur der Primatenforscherin Dian Fossey und des Gorillas ‚Digit’.


Die Ausstellung im Badischen Kunstverein fokussiert auf Jürgen Dreschers jüngere und jüngste Arbeiten, um von diesen ausgehend gezielte Rückgriffe in die Werkgeschichte zu tätigen, die die Komplexität seines künstlerischen Schaffens über die letzten Jahrzehnte aufzeigen.


Jürgen Drescher (*1955 in Karlsruhe) lebt und arbeitet in Berlin.