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Kunst/Natur. Künstlerische Interventionen im Museum für Naturkunde Berlin

Naturkundemuseen sind seit ihren Anfängen Orte, in denen Künstlerinnen und Künstler in den Prozess der Naturerforschung einbezogen waren. An der Seite reisender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sie die Geschichte des Lebens auf der Erde miterzählt, gezeichnet und gestaltet. Sie waren an der zeichnerischen Dokumentation von Sammlungen ebenso beteiligt wie an der Präsentation von Natur im Ausstellungsraum. Heute üben gerade naturkundliche Sammlungen und Museen einen besonderen Reiz auf viele zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler aus.

Vor diesem Hintergrund führen das Museum für Naturkunde Berlin und die Kulturstiftung des Bundes in Zusammenarbeit mit externen Kuratorinnen und Kuratoren ein vierjähriges Modellprojekt durch, das internationale Künstlerinnen und Künstlern in eines der renommiertesten Naturkundemuseen Europas einlädt.

In intensiver Auseinandersetzung mit dem Forschungsmuseum, seinen Sammlungen, Ausstellungen oder seiner Geschichte entstehen neue Werke, die temporär im Museum gezeigt werden, und deren dauerhafte Integration in die Ausstellung geprüft wird. Mit mehreren Interventionen aus den Sparten Bildende Kunst, Klangkunst und Literatur eröffnet das Projekt einen Experimentalraum für die Wechselwirkungen von Kunst, Museumspraxis und Naturforschung und soll damit bundesweit sowie international als Vorbild für zeitgenössische Kunst in Naturkundemuseen dienen.

Ziel ist es, die kommunikativen Grenzen zwischen Kunstraum und Naturkundemuseum probeweise zu überwinden, um neue Perspektiven auf Natur und museale Kultur zu eröffnen, wissenschaftliche Objekte in ein anderes Licht zu rücken und Räume naturkundlichen Wissens neu zu kartieren. Damit leistet das Projekt einen Beitrag aus künstlerischer Sicht, die Rolle und Aufgaben von Naturkundemuseen im 21. Jahrhundert zu reflektieren.





























Klara Hobza und Monika Rinck, Art/Nature III

Museum für Naturkunde, Berlin (Deutschland)

25.04 - 23.07.2017



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Klara Hobza, Animaloculomat

Wie nimmt die Spinne den Menschen wahr? Oder etwa der Tintenfisch? In Klara Hobzas experimenteller Maschine Animaloculomat können sich Museumsbesucherinnen und -besucher ein Bild davon machen, wie der Mensch wohl von Tieren unterschiedlichster Art wahrgenommen werden könnte. Klara Hobzas Projekt ist für jeden zum Mitmachen, zum Lernen und zur Unterhaltung da.

Die künstlerischen Arbeiten von Klara Hobza beinhalten die Wahlverwandten Charme und Komödie, unbeirrbare Analytik und Versagensangst. Die Experimente der Künstlerin entfalten sich durch die Medien Skulptur, Video, Performance und Zeichnung. Die Geschichten ihrer Arbeiten bewegen sich auf dem schmalen Grat zwischen Wissenschaft, Fiktion und Fantasie.

Klara Hobza (geb. 1975 in Plzeň/Pilsen, Tschechien) studierte an der Akademie der Bildenden Künste München, der Columbia University in New York und an der Rogue Film School in Los Angeles. Heute lebt und arbeitet die Künstlerin in Berlin.




Austellung 25 April - 23 Juli 2017. Museum für Naturkunde, Invalidesßtrasse 43 – 10115 Berlin (Deutschland). T : +49 30 20938822. Öffnungszeiten  : Montags geschlossen - Dienstag – Freitag 9:30 – 18:00 Uhr - Samstag / Sonntag / Feiertag 10:00 – 18:00 Uhr.














 





 



























 





 











Photo: Carola Radke, Museum für Naturkunde Berlin.



Monika Rinck, Die verlorene Welt

Was geschieht, wenn die Dinge in Bewegung geraten und zirkulieren? Welche Geschichten setzen sie dabei in Gang? In ihrer Intervention für das Naturkundemuseum beschäftigt sich die Schriftstellerin Monika Rinck mit dem Verlieren und Finden von Dingen. Dabei spielen Vorgänge der Beseelung und Entseelung eine besondere Rolle.

Monika Rinck weiß, dass zwischen ihr, der Dichterin, und ihren Texten die Arbeit liegt. Eine Arbeit, die ein Chaosgenerator, ein Prisma, eine Verrichtung ebenso ist, wie sie mit Lektüre, Diebstahl, Entfremdung, Gnade und Verstockung zu tun hat.

Das bedeutet nichts Gutes für Unmittelbarkeit und Metaphernhuberei, verspricht aber sehr viel Schönes, Heiteres und auch Gewaltsames für die Objekte und die Rhythmik   ihres Schreibens. Zumal Monika Rinck nicht glaubt,   irgendetwas „zu haben“, von dem sie etwas abgeben könnte, beziehungsweise wie es im Titel eines ihres schönsten Gedichte heißt: „nicht haben: natur“.

Monika Rinck, geboren 1969 in Zweibrücken, hat Religionswissenschaft, Geschichte und Vergleichenden Literaturwissenschaft studiert. 2015 erhielt sie den Kleist-Preis für ihr literarisches Werk. Die Autorin lebt Berlin.


Klara Hobza und Monika Rinck, Art/Nature III, Museum für Naturkunde, Berlin

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