ArtCatalyse International Ausstellungen

Ausstellungen ergänzt 2013

 Presstext


Im Jahr 1966 verteilte ein junger Mann namens Stewart Brand in San Francisco einen Button mit der Aufschrift: „Warum haben wir noch kein Bild der ganzen Erde gesehen?“ Zwei Jahre danach zierte das NASA-Bild des Blauen Planeten das Cover der ersten Ausgabe des „Whole Earth Catalog“. Das Bild des Blauen Planeten trat als neue universalistische Ikone an, die das große Ganze versinnbildlichte, und löste damit ein anderes Motiv ab, das die Nachkriegszeit unmittelbar dominiert hatte: den Atompilz. Der „Whole Earth Catalog" trug das Motiv des Blauen Planeten nicht nur auf jeder seiner zahlreichen Ausgaben, auch sein Inhalt widmete sich ganz und gar der Nachricht, die das Foto der Erde zu überbringen schien: die ganze Erde als geschlossenes System zu verstehen. Mit dem Katalog, häufig als ein analoger Vorläufer von Google bezeichnet, sowie seinen zahlreichen Nachfolgern hatte Stewart Brand eine der einflussreichsten Publikationen der letzten Jahrzehnte geschaffen, die zwischen Kybernetikern und Hippies, Natur-Romantikern und Technologie-Verehrern, Psychedelia und Computerkultur vermittelte und damit entscheidende Impulse für die Umweltbewegung ebenso wie den Aufstieg der digitalen Netzwerk-Kultur gab.







The Whole Earth. Kalifornien oder das Verschwinden des Außen
Haus der Kulturen der Welt, Berlin (Deutschland)
26.04 - 01.07.2013



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Ausstellung  21 Juni - 1 Juli 2013. Haus der Kulturel der Welt, John-Foster-Dulles Allee 10 - 10557 Berlin (Deutschland). T.: +49 30 39787 153. Öffnungszeiten Ausstellungen Mi – Mo 11 – 19 Uhr.


Cover (edited by Stewart Brand), "Whole Earth. Catalog. Access to Tools, Fall 1968"

Diedrich Diederichsen und Anselm Franke untersuchen im Rahmen des „Anthropozän-Projektes 2013/2014” am Haus der Kulturen der Welt Ikonen, die die Sichtbarkeit der Welt nach 1945 verändert haben. In einer direkten gedanklichen Linie entspinnt sich ein Narrativ vom Atompilz über Hiroshima (1945) zur Ausstellung „Family of Men“ (1955), dem ersten Bild des „ganzen“ Blauen Planeten bis hin zur legendären, die New Economy der 1990er-Jahre prägenden Zeitschrift „Wired“.


Mit Arbeiten von Nabil Ahmed, Ant Farm, Eleanor Antin, Martin Beck, Jordan Belson, Ashley Bickerton, Dara Birn-baum, Erik Bulatov, Angela Bulloch, Öyvind Fahlström, Robert Frank, Jack Goldstein, Nancy Holt und Robert Smithson, Lawrence Jordan, Silvia Kolbowski, Philipp Lachenmann, David Lamelas, Sharon Lockhart, Piero Manzoni, Raymond Pettibon, Adrian Piper, Robert Rauschenberg, Ira Schneider, Richard Serra, Alex Slade, Jack Smith, Josef Strau, The Center for Land Use Interpretation, The Otolith Group, Suzanne Treister, Andy Warhol, Bruce Yonemoto u. a.



Cover (edited by Stewart Brand), "Whole Earth. Catalog. Access to Tools, Fall 1968"


Kuratiert von Diedrich Diederichsen und Anselm Franke

Eine Produktion vom Haus der Kulturen der Welt


Parallel dazu startet die Reihe „Anthropozän-Observatorium“ in der Studiogalerie, die in mehreren neu produzierten filmischen Episoden und Archivpräsentationen Feldforschungen in den politischen, institutionellen, geologischen und diskursiven Räumen des Anthropozän betreibt. Im Zentrum der ersten Episode „Plan the Planet" steht die Diskussion des Anthropozän-Konzepts im Zusammenhang mit dem Klimawandel und den Institutionen und Apparaturen, die sich mit der globalen Erderwärmung befassen.


Das „Anthropozän-Observatorium" ist ein Projekt von Territorial Agency, Armin Linke und Anselm Franke. Bis 26.8. in der Studiogalerie.


© ArtCatalyse International / Marika Prévosto 2013. Alle Rechte vorbehalten

The Whole Earth, Haus der Kulturen der Welt, Berlin