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Ausstellungen ergänzt 2012

 Presstext


Die Kunst­hal­le Düs­sel­dorf wid­met dem Werk der chi­ne­si­schen Künst­le­rin YIN Xi­uzhen (*1963 in Pe­king, lebt und ar­bei­tet dort), die als ei­ne der wich­tigs­ten Künst­le­rin­nen Chi­nas gilt, in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Gro­nin­ger Mu­se­um die ers­te gro­ße Ein­zel­aus­stel­lung in Eu­ro­pa. Da­bei wird ein um­fas­sen­der Über­blick über ihr künst­le­ri­sches Schaf­fen ge­ge­ben.

Die Aus­stel­lung be­ginnt mit Yins frü­hen In­stal­la­tio­nen, die oft­mals in men­schen­lee­ren, un­be­rühr­ten Land­schaf­ten prä­sen­tiert wur­den und heu­te nur noch in Form fo­to­gra­fi­scher Do­ku­men­ta­ti­on exis­tie­ren.






Yin Xiuzhen
Kunsthalle Düsseldorf (Deutschland)

15.12.2012 - 10.03.2013



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Ausstellung 15. De­zember 2012 – 10. März 2013. Kunsthalle Düsseldorf, Grabbeplatz 4 - 40213 Düsseldorf (Deutschland). Tel.: +49 (0)211 89 962 40. Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag, Feiertage: 11 – 18 Uhr.



© ArtCatalyse International / Marika Prévosto 2012. Alle Rechte vorbehalten

Yin Xiuzhen, Kunsthalle Düsseldorf Yin Xiuzhen, Thought, 2009. Clothes and steel, 340 x 510 x 370 cm. Courtesy of The Pace Gallery, Beijing.

Den Schwer­punkt bil­den al­ler­dings die raum­grei­fen­den In­stal­la­tio­nen so­wie die mo­nu­men­ta­len, be­geh­ba­ren Tex­til­skulp­tu­ren der letz­ten Jah­re, die ei­nen Wen­de­punkt in Yins Schaf­fen mar­kie­ren.




Yin Xiuzhen, Thought, 2009. Clothes and steel, 340 x 510 x 370 cm. Courtesy of The Pace Gallery, Beijing.


Yins Ar­bei­ten aus den 1990er Jah­ren wie „Wa­shing Ri­ver“ (1995) sind stark po­li­tisch mo­ti­viert, wenn die Fol­gen von In­dus­trie und Tech­nik für die Na­tur und den Men­schen the­ma­ti­siert wer­den: Fo­to­gra­fisch do­ku­men­tiert ist ei­ne Per­for­mance von chi­ne­si­schen Bür­gern, die dre­cki­ges Was­ser, das zu ei­nem recht­ecki­gen Eis­block ge­fro­ren ist, so lan­ge mit Schwäm­men „ab­wa­schen“, bis das Eis ge­schmol­zen ist. An­de­re Fo­to­gra­fi­en wie „The Tree of Par­ting“ (1994) wei­sen auf­grund des Mo­tivs und des­sen Bild­kom­po­si­ti­on ei­ne ei­ge­ne, re­du­zier­te Äs­the­tik auf, die sie als ei­gen­stän­di­ge Wer­ke er­schei­nen lässt, auch wenn sie so nie ge­dacht wa­ren.

Seit En­de der 1990er Jah­re schafft Yin aus al­ten Klei­dern, Schu­hen, Mö­beln und ein­fa­chen Bau­ma­te­ria­li­en wie Ze­ment und Stein gro­ße skulp­tu­ra­le und in­stal­la­ti­ve Wer­ke, häu­fig im öf­fent­li­chen Raum. Ab 2000 ist schließ­lich ei­ne mar­kan­te Wen­de in Yins Werk er­kenn­bar: Se­cond­hand-Klei­der wer­den zur Fund­gru­be für ih­re Ide­en und fol­gen­den Wer­ke, die häu­fig um mo­derns­te Tech­nik und ur­ba­nes Wachs­tum krei­sen. In­dem die Künst­le­rin Flug­zeu­ge, Au­tos und High­ways als Mo­ti­ve für ih­re gro­ßen Skulp­tu­ren wählt, macht sie auf die schein­bar gren­zen­lo­se Mo­bi­li­tät und Schnell­le­big­keit un­se­rer glo­ba­li­sier­ten Ge­gen­wart auf­merk­sam. Gleich­zei­tig ver­wei­sen Yins Wer­ke durch ih­ren De­tail­reich­tum und die Of­fen­le­gung der an­ein­an­der ge­setz­ten Ein­zel­tei­le, wie ver­schweiß­te und ver­schraub­te Me­tall­plat­ten oder zu­sam­men­ge­näh­te Tex­til­stü­cke, auf das künst­le­ri­sche Hand­werk selbst, das Kön­nen, Ge­duld und vor al­lem Zeit er­for­dert.